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Mittelalterliches Reformationsfest

Es war einmal vor 500 Jahren …

Für Sonntag, den 30. Oktober 2011, hatte sich unsere Dreifaltigkeitsgemeinde etwas Neues einfallen lassen: ein Reformationsfest mit mittelalterlichem Markt. Ein engagiertes Team von Freiwilligen hatte in wochenlanger Arbeit das neue Konzept ausgearbeitet, Ressourcen und viele Helfer gefunden, und auch unser Pastor Matthias hatte sich etwas Besonderes für den Festgottesdienst zum Reformationsfest ausgedacht.

 

So startete alles in unserer schönen Kirche zur gewohnten Zeit, um uns dann statt Predigt ein Tischgespräch bei Luthers zuhause zu präsentieren. Seine Freude am Disputieren lässt Luther Studenten und Gelehrte um seinen heimischen Tisch versammeln, um sich über theologische Fragestellungen auseinanderzusetzen. Daneben soll es aber an herzhaften leiblichen Genüssen - vom Schweinefleisch bis hin zum selber gebrauten Bier - nicht fehlen.


Und so brachten uns talentierte Gemeindemitglieder in prächtigen mittelalterlichen Gewändern Luthers Ideen näher: von seiner Haltung gegen den Ablasshandel, seinem Glauben an einen gnädigen Gott, seiner Freude am Übersetzen der Bibel bis hin zu seiner großen Liebe zur Musik.

Anschließend folgten wir Martin Luther (alias Peter Wabenhorst) dann auch vom Gottesdienst hinaus in
den Kirchhof, um den Thesenanschlag zu Wittenberg nachzuerleben. Unter großem Anklang der versammelten „Anhänger“ wurden mit lauten Hammerschlägen, die durch ganz Europa hallten, die 95 Thesen an die Tür angenagelt. So zumindest das bekannte Bild über die Veröffentlichung der Thesen, das historisch so allerdings wohl nicht stattgefunden hat, sondern auf einer Beschreibung des Humanisten Phillip Melanchthon basiert, einem Freund und Mitstreiter von Martin Luther.

Danach wurde das bunte Treiben auf dem Hof von den Zeremonienmeistern mit dem Verteilen von traditionellen Reformationsbrötchen eröffnet. Neben weiterer mittelalterlicher Kost (hausgebackener Zwiebelkuchen, Bretzeln und leckeren Braten) wurden Hotdogs, Kuchen und Getränke feilgeboten, um
dem leiblichen Wohl gerecht zu werden. Ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt erstreckte sich dann über den ganzen Nachmittag. Da gab es Singen und Tanzen zum Mitmachen, eine Einführung ins Spindel-Spinnen oder Papierschöpfen, ein Schmied konnte bei der Arbeit beobachtet werden, ein Zauberer und ein Jongleur zeigten ihre Kunststücke, ein Ritterturnier auf Steckenpferden wurde dargebracht und auch beim Wikingerschach konnte jeder seine Talente zeigen. Die Kinder faszinierte besonders das Kerzenziehen, die Mädchen bastelten dazu noch prächtige Haarkränze,
während alle Kinder ihr eigenes Wappen entwerfen konnten und über ihre selbstgefertigten Jutekutten tragen konnten. So war die Kostümprämierung schließlich auch ein Highlight des Tages, mit vielen würdigen Siegern und Zweit- und Drittplatzierten.

Auch die Tombola, die jedes Jahr liebevoll vom Bastelkreis zum Bazar vorbereitet wird, fehlte nicht. Fleißig wurden Lose ver– und gekauft und unzählige Preise fanden neue Besitzer. Ein Coffee-van versorgte alle mit heißen Getränken, die an einem doch recht kühlen Frühlingstag sehr willkommen waren. Pro Tasse floss zudem wieder eine Spende zurück an die Dreifaltigkeitskirche. Zum Abschluss des Festes gab es dann noch ein wunderschönes Konzert in der Kirche mit zeitgemäßer Musik,  dargebracht von jungen Künstlerinnen an der Orgel, auf der Querflöte und mit Mezzosopran-Stimme.

Ein rundum gelungener Tag, der - Dank vieler, vieler freiwilliger Helfer - sehr viel Spaß und Freude gemacht und gebracht hat.

Einige visuelle Eindrücke über den Tag hinweg sind in der Fotogalerie 2011 nachzusehen.