Das ist ein wunderschönes, altehrwürdiges Haus in der Innenstadt von Melbourne. Aber an allen Orten, draußen in der Natur oder Zuhause können wir Gott begegnen – und bitten – und danken. In dieser Zeit bitten wir Euch, wo immer Ihr seid, mit uns zu beten:
Für ein Ehepaar, das von unheilbarer Krankheit betroffen sind und die vor schweren Fragen stehen – um Trost und Frieden.
Für eine Frau und ihre Familie, die auch von Krankheit betroffen ist – um Heilung und Bewahrung vor Infektion.
Für eine Frau, die ihren Mann im Altenheim nur sehr eingeschränkt besuchen kann. Sie sieht es ein, es tut aber trotzdem weh und wir beten für Geduld.
Für ein Kind, das von Geburt an eine unheilbare Lungenkrankheit hat und jetzt zu denen gehört, die am meisten durch das Virus gefährdet sind – um Bewahrung vor Infektion.
Für die Familien, in denen in der Enge der Wohnungen der Druck steigt. Herr, wir bitten für die Familien um die Gegenwart Deines Geistes. Für ein Durchatmen vor dem Streit, für einen gemeinsamen Tages-Plan, für Zeiten der Ruhe für jeden.
Für eine Familie, die gerade ein neues Business gestartet haben, das geschlossen werden musste – um einen langen Atem und genug Reserven.
Für mehrere Menschen aus unserer Gemeinde, die in der Wirtschaft Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden tragen. Rechnungen wollen bezahlt werden, Einnahmen brechen weg. Für diese Menschen bitten wir um faire Gesprächspartner und einen starken, klaren Geist in allen schwierigen Verhandlungen.
Für Menschen, die irgendwo gestrandet sind und die nicht nach Hause können, die sich fürchten vor den Quarantänebedingungen. Um viel Geduld zu warten und Mut für den richtigen Flug.
Menschen, die nun nicht mehr zueinander kommen können.
Für Schwestern, Pfleger und Ärzte in aller Welt, um Kraft und Zeit zum Ausruhen, gute Zeiten mit ihren Familien, und um Bewahrung vor Infektion und Krankheit.
Wir sind dankbar,

dass ein Familienvater, der fast an einer Blutvergiftung schwer erkrankt wäre, gnädig bewahrt wurde, vor dieser schlimmer Krankheit.
dass wir neue Formen des Miteinanders entdecken, uns austauschen, wie nie zuvor. Auch wenn es traurig ist, dass wir uns nicht direkt begegnen und uns in den Arm nehmen können.

Das ist unsere Kirche. Sie wurde im Jahr 1874 erbaut.

Reinhold Gutknecht schreibt:
Zu meinem Verhältnis zur Kirche, seit meiner Ankunft als 19 Jähriger, habe ich eine Geistliche und zuerst auch Sprachliche Heimat gefunden. Ich war schon am ersten Sonntag nach der Ankunft zum Gottesdienst, und da es die Konfirmation war, hat auch der Chor gesungen, was mich sehr gefreut hat, denn ich hatte auch in Deutschland schon im Chor gesungen. So bin ich dann kurz danach zu den Chorproben gegangen, und habe viele Jahre das Singen zu Gottes Ehre geliebt. In den 60ziger Jahren hat man mich vorgeschlagen in den Vorstand zu kommen, und nach der Änderung der Statuten, (man musste über 35 Jahre alt sein) auch das habe ich sehr gerne getan. Meine Familie ist in der Kirche aufgewachsen, Hochzeit, Taufen, Konfirmationen. Leider sitze ich im Alter fast immer allein im Gottesdienst. Vor allem jetzt habe ich es gerne eine Zeit vor dem Gottesdienst in der Kirche zu sitzen und die Stille des Gotteshauses auf mich wirken zu lassen. Ich lese mir auch gerne vor meiner Fahrt in die Kirche, den vorgeschlagenen Predigttext durch, was aber nicht immer stimmt.
So, die Kirche, aber nicht nur das Gebäude, sondern auch die Gemeinde, ist mir sehr lieb geworden. Ich fühle mich sehr wohl und vermisse es sehr, dass es jetzt nicht möglich ist zum Gottesdienst zu kommen.

Inside the church

Wir freuen uns hier zusammenzukommen.

Und wir sind traurig, dass wir nicht mehr dorthin können.

Hier ein Gedicht von Margrit Zalisz

Wenn unsere Welt plötzlich zum Stillstand kommt,

wenn sich alle Türen schließen,

die schönsten Flecke der Erde verödet sind,

wenn Krankheit und Tod täglich zunehmen

und sogar die Kirche ihre Tür nicht mehr öffnen darf,

so das wir auf den Gottesdienst, die Klänge der Orgel,

auf jeglichen menschlichen Kontakt verzichten müssen,

fragen wir dann nicht erschüttert

warum sich unser Herrgott so

sichtbar in Erinnerung bringt?

Schickt er uns diese Zeit zur Besinnung

damit seine Menschen endlich erkennen

was sie hier auf Erden alles falsch machen?

Will er uns zeigen wie sehr wir seine Gebote verletzen?

Du sollst Gott lieben und fürchten steht geschrieben.

Dass Er uns liebt spürt man. Von seiner Gnade leben wir.

Aber wie steht es mit unserer Liebe zu Gott

mit unserer Ehrfurcht vor Ihm?

Haben wir sie verlernt? Biegen wir die Worte der Bibel

nicht oft so zurecht dass sie uns passen?

Wie schlau sind wir Menschen geworden

mit unserer Wissenschaft, der Medizin.

Doch greift beides nicht oft in unbefugte Regionen?

Haben wir nicht längst unser Maß überschritten?

Unsere Medien, Filme, Bücher, Musik,

der Fernseher mit zweifelhaften Programmen?

Da ist nicht vieles gottgefällig und so wachsen

unsere Kinder auf im Glauben das alles erlaubt ist

bis sie nicht länger zwischen guten und

finsteren Mächten unterscheiden können.

Und so ist es wohl kein Wunder das unser Vater im Himmel

zürnend auf uns herabschaut? Und wir nur beten können:

Herr, bitte gib das in dieser, von Dir auferlegten Stille,

unsere Menschheit wieder zur Besinnung kommt;

Gib uns Kraft im Wissen das Du da bist,

in der immer wieder aufgehenden Sonne,

der Schönheit Deiner Natur,

in gesegneten Worten, unsterblicher Musik.

Und sei uns gnädig in diesen dunklen Tagen besonders

den Kranken, den Sterbenden, den Trauernden und den Verzweifelten.

 

Hier taufen wir unsere Kinder.

Das Motto auf unserer Kanzel. Alles vergeht, aber….

Eine besondere Kostbarkeit sind die Kirchenfenster der Kirche.

Es ist meine Freude und Dank, auch etwas über unsere schöne Dreifaltigkeitskirche zu schreiben. Das Kirchengebäude ist ein Meisterwerk, darüber könnte man so manches berichten, aber heute sind die schönen und wertvollen Kirchenfenster dran. Mitte der sechziger Jahre diente ich als Kirchenvorsteher, mein größtes Anliegen war seiner Zeit, Kirche, Halle und Pfarrhaus vor Vandalen zu schützen. Die wertvollen Kirchenfenster waren besonders gefährdet. Ein Vorsteher von uns hatte Gelegenheit, von einem Fachmann der Glasmalerei folgendes zu erfahren: Dass die älteren Fenster mit Glasmalerei Farben haben, die nicht ersetzbar und wertvoll sind. Daraufhin beschloss der Vorstand, dass die Kirchenfenster von außen einen Drahtschutz erhalten.

Für mich persönlich ist das große Fenster im Altarraum etwas Besonderes, mit seinem Stern und dem Lamm, es verbindet das Alte Testament mit dem Neuen und beide brauchen wir Christen.

Wenn das Tageslicht durch das Fenster in den Altarraum dringt, geben die Bleiruten dem Fenster einen kräftigen Charakter. Dank den Generationen vor uns; sie haben die Gebäude gut geplant, gebaut und erhalten. Es ist unsere Pflicht, das Erbe den kommenden Generationen im guten Zustand weiter zu geben. Ernst Schreiber

 

Der Davidsstern und das Lamm Gottes zusammen.

Das geht auf Pastor Herlitz zurück, der Pastor war, als die Kirche erbaut wurde.

DIE KRAFT DER WÖRTER

Ich glaube mein Liebstes unter den herrlichen Glasfenstern unserer Kirche, ist das, wo Maria zu Jesus’ Füßen sitzt und seinen Worten lauscht.

Zu uns spricht der Heiland hauptsächlich durch die Bibel, aber auch in unseren Gesangbüchern sind seine Worte zu finden. In all den schönen Liedern, viele so alt und dennoch aktuell, jedes ein Gedicht von gottbegnadeten Menschen geschrieben, erlebe ich die Kraft der Wörter. Viele Zeilen schwirren mir, hauptsächlich jetzt, zur Zeit unserer auferlegten Stille, durch den Kopf.

Bibelworte, Kirchenlieder von Menschen wie Paul Gerhardt, Matthias Claudius, aber auch Worte unserer großen Dichter und Denker. Schiller, Goethe und so viele andere haben uns von Gott gesegnete Worte übermittelt, welche uns Freude und in schweren Zeiten viel Trost und Kraft bringen können.

Diese Tage geht mir eine Liedzeile von Matthias Jorissen durch den Sinn. Er spricht von “dem Gott, der Lasten auf uns legt, doch uns mit unseren Lasten trägt.” Passt das nicht so recht in unsere jetzigen Tage?

Die Zeile ist in dem Lied “Erhebet er sich unser Gott” zu finden.

The stained glass window in the German Lutheran Trinity Church, East Melbourne depicting Jesus as the Good Shepherd, was donated by Annemarie and her children following the death of Ewald. It was in fact his last sermon and was based on John 10, verse 12. “I am the good shepherd; the good shepherd lays down his life for the sheep.”
It is a very fitting description of Ewald’s ministry to his congregation. Ewald would visit his “flock” by car. He would offer them Holy Communion at home or in hospital. Jesus said ”I am the Good Shepherd and we as human beings are His sheep.”

Für Fragen und insbesondere Gebetsanliegen mailto pastor@kirche.org.au.

Eure Gebete werden in der Kirche vor Gott gebracht.